Ein Jahr endloser Sommer ist zu Ende gegangen

… und das bereits vor sieben Wochen. Als ich nach 13 Monaten endlich wieder deutschen Boden betreten habe und mit Sonnenschein und einem warmen „Kannst du mal nicht deine dreckigen Rollen auf meine Sitze machen“ begrüßte wurde (Ich hab dich auch vermisst, Mommy :)).

Allerhöchste Zeit also Revue passieren zu lassen, was ich 2016 (+ die zwei letzten Monate aus 2015) herausgefunden habe:

  1. Ich mag das langsame Reisen

Jeweils zwei Monate mit Nancy und Nadi unterwegs zu sein, wird immer zu den Highlights meines Trips gehören, wobei ich es so nicht nochmal machen würde. Zumindest nicht in der Geschwindigkeit. Das ständige Wechseln der Unterkunft und das permante „Gegend erkundigen“ ist auf Dauer einfach nichts für mich ist. Und das macht mich dann einfach zu einem schlechten Reisepartner. Ich brauche halt auch mal meine Zeit, einfach nichts zu tun. In den Tag hineinzuleben, ein Buch zulesen, was zu schreiben oder einfach nur in die Ferne schauen. Und das geht halt nur beim langsamen Reisen.

  1. Reisen muss nicht teuer sein

In den 13 Monaten in Neuseeland, Bali und Australien habe ich ich etwa 15.000 EUR ausgegeben. Hin- und Rückflug bereits mit eingerechnet. Heißt im Prinzip: Nach Abzug von 1.500 EUR für Flüge + 2 x 3.000 für die Reisen mit Nancy und Nadi blieben 7.500 EUR  um 9 Monaten irgendwo zu leben. Hier in Hamburg hätte ich in der Zeit alleine 8.100 EUR für die Miete meiner Wohnung ausgegeben.

  1. Ich mag die Sonne

Ok, das kommt jetzt nicht wirklich überraschend. Aber ich mag die Sonne. Zum einen dafür, dass sie meine Haut bräunt und meinen Haaren einen natürlichen Surferlook verleiht, aber vor allem dafür, was sie für mein Gemüt tut. Wenn die Sonne scheint, dann bin ich deutlich aktiver, dann fühlen sich die Tage deutlich länger an, weil sie früher beginnen und später enden.

  1. Reisen macht dich weniger materiell

Ein Reisekoffer mit 80l Volumen. Das war alles, was ich hatte für ein Jahr. Wenn ich ein neues T-Shirt kaufen wollte, musste ein anderes dafür erst weggeschmissen werden. Wenn ich neue Shorts wollte, musste auch dafür erst Platz geschaffen werden. Und dann komme ich nach Deutschland zurück und finde acht lange Hosen in acht verschiedenen Farben und frage mich: Wer braucht bitte braucht das, wenn man doch nur eine gleichzeitig tragen kann?

  1. Zwei Monate am Strand liegen, war dann doch irgendwann genug

Hätte ich so auch nicht erwartet, aber nachdem ich im Februar und März fast jeden Tag am Strand lag, hatte ich danach irgendwie nicht mehr das Bedürfnis. Ein Grund dafür war sicherlich, dass meine Haut auch irgendwann ihr Maximum erreicht hatte und ein anderer, dass ich dann auch irgendwann andere Prioritäeten hatte und der australische Winter in Townsville zwar ausreichend warm, aber nicht zu heiß war.

  1. Ich mag dann doch Menschen

Zumindest um mich herum. Nachdem ich im Februar bei einem Freund in Newcastle untergekommen war, diesen aber nur Abends mal für eine Stunde gesehen hab, hab ich mich im März dann doch auf mein Hostelleben gefreut, wo man grundsätzlich hätte kommunikativ sein können, aber immer noch nicht musste.

  1. Flüge werden auch zum Schluss hin nicht teurer

Da ich mich bis zum Schluss ja nicht wirklich auf ein Ausreisedatum festlegen wollte, habe ich die Flugpreise über einen Monat hinweg mehr oder weniger verfolgt und letztlich festgestellt, dass mein Flug zwar von 620 mal rauf auf 680 ist, aber dann drei Tage vor dem Abflug auch wieder auf 650 EUR runter ist. Von daher nicht wirklich ein großer Unterschied. Natürlich weiß ich nicht, ob der vor Monaten noch günstiger war, aber wer will sich da schon so früh festlegen.

  1. Alle zwei, drei Stunden zu essen, scheint dann doch das Richtige für mich zu sein.

Als ich meine Fitness challenge begonnen hatte, musste ich auch anfangen alle zwei, drei Stunden zu essen. Kleinere Portionen, aber halt regelmäßig. Und das hat dann tatsächlich auch zu sichtbaren Erfolgen geführt. Eigentlich wusste ich das auch schon aus der Zeit meines ToughMudder-Trainings, aber wenn man zweimal die Erfahrung macht, dann glaubt man es ja vielleicht auch irgendwann. Von daher versuche ich das aktuell beizubehalten. Immerhin hat es mir auch schon über die Weihnachtsfeiertage geholfen, wo ich dann wenig Zeit und Appetit hatte zwischendurch auch noch zu snacken.

  1. Dem perfektem Wetter zu folgen, ist machbar

Wenn man den idealen Temperaturen folgen würde, müsste man im Dezember/Januar in Melbourne starten und dann langsam die australische Ostküste hoch. Den australischen Winter (der immer noch besser ist, als der deutsche Sommer) dann in Townsville oder Cairns/ Palm Cove verbringen und ab Oktober, wenn es dort heiß und schwül wird, wieder nach unten.

  1. Ich mag es, keinen Plan zu haben und alles auf dem Weg herauszufinden

Seitdem ich wieder zurück bin, werde ich häufig gefragt, ob ich denn jetzt erstmal in Berlin wohne, oder zurück nach Hamburg gehe oder direkt wieder woanders hin. Und ehrlich gesagt, weiß ich es (noch) nicht. Ich weiß nur, dass mir letztes Jahr vor allem das Schritt für Schritt herausfinden gefallen hat. Und für jetzt habe ich erstmal wieder meine alte Wohnung in Hamburg bezogen und diese Woche einen neuen Job angefangen, der mir zum einen viel Spaß machen wird und zum anderen mir – sowie ich eingearbeitet bin – auch die Freiheit geben würde, dem deutschen Winter für ein paar Wochen mal zu entfliehen. Ob ich das aber tatsächlich mache und für wie lange, werde ich, wenn es soweit ist, wie immer auf dem Weg herausfinden…

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Ein Kommentar

  1. Petra
    Montag, der 9. Januar 2017
    Reply

    sehr schön, macht Spaß zu lesen. Die Bildertafel ist sehr cool, kann ich so etwas auch haben??

    Was kommt als nächstes? Die Abenteuer, wie ich nicht die Wohnung verlassen muss?

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