Und schwupps war sie weg…

Nadi hat mich verlassen. Einfach davon gesegelt, ist sie. Drei, vier Tage früher als geplant. Eigentlich wären wir nach unserer Whitsundays Tour über Nacht von Airlie Beach nach Cairns gefahren, was somit auch das Endziel bedeutet hätte. Da ich aber noch vier Nächte aus meinen ePack vom YHA über hatte, in Cairns aber maximal drei einlösen darf, hab ich in Airlie Beach einfach noch eine Nacht verlängert, während Nadi schon mal nach Cairns vorgefahren ist. Plan war, dass ich am nächsten Tag folge und wir dort dann noch ihre letzten Tage genießen, bevor sie über Melbourne zurück nach Deutschland fliegt. Naja, den Weg nach Cairns konnte ich mir jetzt sparen (oder für später aufheben), weil Nadi das Regenwetter dort oben nicht zugesagt und sie sich kurzerhand in den Flieger nach Darwin gesetzt hat (von Australien rechts oben nach Australien links oben). Eigentlich sollte ich es vermutlich persönlich nehmen, dass sie so ein paar Tage Sonne, den letzten gemeinsamen mit mir vorzieht, aber uneigentlich bin ich recht stolz, dass mein „Einzelkind“-Verhalten (O-Ton Nadi, wenn ich mir die Freiheit genommen hab, Entscheidungen für mich selbst zu treffen), dann doch ein bisschen abgefärbt hat und sie Entscheidungen in ihrem Sinne unabhängig von meinen getroffen hat. Folgen wollte ich ihr nicht, weil ein Flug nach Darwin mich irgendwas um die 560 EUR gekostet hätte (Was kostet die Welt? Öhmm danke, ich nehm dann doch nur ne Cola…) und ich an der Ostküste noch nicht fertig bin (hier gibt es im Winter eigentlich das perfekte Wetter).

Und so denk ich mir, dass „Alles kommt, wie es soll“ und Nadis frühe Abreise irgendwie seinen Sinn hat. Und ich scheine (mal wieder ;)) Recht zu behalten. Hatte ich letzte Woche noch so gar keine Idee, was ich nach Nadis Abreise machen und wo ich die nächsten Wochen und Monate verbringen will, scheint sich hier wieder alles automatisch zusammenzufügen. Da ich ja durch Nadis Weiterreise nach Darwin nicht sofort nach Cairns musste (wo es mir aktuell vermutlich noch zu heiß und schwül ist), hab ich noch einen Zwischenstopp in Townsville eingelegt. Das Wetter hier ist momentan nicht komplett regnerisch, aber auch nicht komplett sonnig (was vermutlich ganz gut ist). Mein Hostel hat endlich mal wieder solides Internet (also, wo man nicht drei Minuten wartet, bis sich eine Seite öffnet), mehrere Chillout-Areas (gemütlicher Gemeinschaftsraum, Liegegelegenheiten am Pool,…) und lädt somit definitiv zum Verweilen ein. Entdeckt hab ich zudem einen Aufruf zur 8-Week-Fitness-Challenge des ansässigen Fitnessstudios mit vier Bootcamp-Session in der Woche und Nutrition-Guide via App (wo ich allein deshalb schon gespannt bin, wie das funktioniert). Ich weiß, die meisten von euch werden sich vermutlich fragen, wie man sowas als positiv auffassen kann, aber sowas ähnliches stand noch auf meiner Liste, der Dinge, die ich noch machen will, bevor ich nach Deutschland zurückkomme, von daher hab ich da heute auch für zugesagt :D. Gleichzeitig hab ich heute auch die Parkour Szene hier ausgecheckt und werde da zusätzlich auch noch hingehen ;).

Ansonsten vielleicht noch eine kleine Zusammenfassung, von dem was Nadi und ich in den letzten zwei Monaten getrieben haben:

1. Nach unserem Start in Melbourne, dem Roadtrip über die Great Ocean Road nach Adelaide und dem anschließenden Flieger weiter nach Perth (Chasing the sunset from Melbourne to Perth), haben Nadi und ich in Sydney die Harbour Bridge bestiegen. Die Aussicht von dort auf Sydney ist echt ganz cool, leider darf man sie aber nicht selbst mit der Kamera festhalten (man läuft da tatsächlich wie am Flughafen durch einen Metalldetektor). Die Fotos, die sie von einem machen, sind dann zum einen nicht wirklich brauchbar und zum anderen nicht im bereits recht happigen Preis (218 EUR pro Person) inbegriffen. Folglich würde ich den Bridge Climb nicht unbedingt empfehlen. Wenn man ihn aber macht, dann zum Sonnenuntergang, da man dann alles bei Tag und bei Nacht sieht.

2. Nach Sydney sind wir dann weiter nach Coffs Harbour, Yamba und Byron Bay. Im Nachhinein hätten wir die ersten beiden Stops auslassen können. Zwar waren die kleinen Örtchen ganz nett, aber mehr als Strand war da halt auch nicht (hätte man also eher ein bisschen länger in Byron Bay bleiben sollen). In Coffs Harbour haben wir dann aber wenigstens noch unsere Fraser Island und Whitsunday Tour gebucht. Zwei Wochen im Voraus, was aber nicht notwendig gewesen wäre, weil man (wie wir jetzt wissen) gerade für die Whitsundays in der Nebensaison noch Last-Minute-Schnäppchen hätte ergattern können.

3. In Byron Bay habe ich mich zwischenzeitlich als Aktion-Beauftragter „aufgeschwungen“ (wortwörtlich;)). Erst haben wir an einer Parkour-Class teilgenommen und dann noch „Flying Trapeze“ ausprobiert (Letzteres ist das, was man meistens nur im Zirkus sieht). Eigentlich wollten wir auch noch ein zweites Mal, mussten aber leider schon wieder weiter.

3. Danach ging es weiter nach Surfers Paradies, was perfektes Timing war, weil dort zu der Zeit ein Musik-Festival direkt am Strand stattgefunden hat. Am Muttertag haben wir uns dann noch am Seil durch Wälder geschwungen. Wie der Zufall so wollte, haben Nanc und Mom das am selben Tag auch in Deutschland gemacht, so dass wir quasi einen Familienausflug hatten :D.

4. Anschließend ging es dann über Brisbane nach Noosa, Fraser Island (=> Der seltsame Moment, wenn deine Hose zur Umgebung passt) und zum Schluss auf eine Segeltour zu den Whitsundays. Nach Fraser Island und Lake McKenzie waren die Whitsundays nicht mehr so überwältigend, was aber vielleicht auch daran lag, dass es an dem Tag recht bewölkt war, somit kam der weiße Sand (99,8% Quarz) und das türkisfarbende Wasser nicht mehr wirklich zur Geltung. Mal auf einen Boot schlafen, war aber auf jeden Fall die Reise wert.

Naja und das waren dann auch unsere letzten gemeinsamen Tage. Hätte ich gewusst, dass ich Nadi in Cairns doch nicht mehr erwische, hätte ich sie zum Abschied vielleicht (ok, ganz bestimmt ;)) nochmal umarmt, anstatt „See you in Cairns“ zu rufen. Aber gut, so ist es, wie es ist :).

In diesem Sinne, unser letztes Foto:

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